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Luchsprojekt Harz


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Ergebnisse

Vier Harzer Luchse sind besendert

M1

Der Luchs M1 erhielt sein Senderhalsband während der Paarungszeit am 17.03.2008 am Luchsschaugehege an der Rabenklippe bei Bad Harzburg. Noch eine ganze Weile hielt sich das Tier in der Nähe des Geheges auf. Am 1. April verließ M1 dann den Norden des Harzes, überquerte das gesamte Mittelgebirge innerhalb von nur 36 Stunden an dessen breitester Stelle und wandte sich dann Richtung Osten.
Den Sommer 2008 verbrachte dieser erste besenderte Luchs überwiegend im thüringischen Teil des Harzes. Ausgedehnte Abstecher führten M1 aber auch nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die Karte zeigt das relativ stabile Streifgebiet (dunkelgelb), das das Männchen bis Anfang August 2008 nutzte. Danach unternahm M1 mehrere weite und lang andauernde Exkursionen nach Osten und nach Westen, kehrte aber immer wieder in das Kerngebiet zurück.
dunkelgelb
Streifgebiet zwischen dem 10. April und dem 31. Juli 2008
Streifgebietsgröße: 242,20 qkm

hellgelb
Streifgebiet vom 10. April bis zum 28. September 2008
Streifgebietsgröße: 603,23 qkm

Schon vor dem Beginn der Paarungszeit machte M1 wieder erste kurze Abstecher in den Norden des Harzes zur Rabenklippe. Dabei besuchte er auch das Luchsgehege an der Rabenklippe. Ab Februar 2009 blieb der Luchs im Norden des Mittelgebirges. Spuren im Schnee belegen, dass er dort auch mit einer Luchsin umherzog. Kurze Ausflüge führten M1 zurück in den Thüringischen Teil seines Streifgebietes. Für eine seiner Harzüberquerungen  brauchte der Luchs im März 2009 weniger als 11 Stunden. Anders als im Vorjahr kehrte M1 allerdings nach dem Ende der Paarungszeit nicht wieder dauerhaft in den Süden des Harzes zurück. Derzeit nutzt der Kuder ein etwa 260 Quadratkilometer großes Streifgebiet zwischen Bad Harzburg, Blankenburg und Elbingerode.

M2 und F1

Im November 2008 wurde auf der B243 bei Seesen eine führende Luchsin überfahren. Drei der insgesamt vier Jungtiere überlebten den Unfall. Die jungen Luchse blieben im Bereich der Unfallstelle. Nach intensiven Bemühungen gelang Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung einige Wochen später der Einfang von zweien der Jungtiere.

M2 und F1 wurden zunächst in einem abgeschirmten Gehege untergebracht und schließlich mit Senderhalsbändern versehen wieder freigelassen. Das kräftigere Männchen trägt ein GPS-Halsband, das etwas schwächere Weibchen ein herkömmliches VHF-Halsband.
Sofort nach der Wiederfreilassung gingen die beiden Geschwistertiere getrennte Wege. Während sich F1 am nördlichen Harzrand orientierte und so bis in den Raum Harzgerode gelangte, überquerte M2 das Mittelgebirge und verließ den Harz schließlich sogar zwischen Osterode und Herzberg.

M3

Am 4. Mai 2009 tappte ein weiterer erwachsener männlicher Luchs in die bei Lautenthal aufgestellte Kastenfalle. Schon am späten Nachmittag des Tages gelang der Fang, bei dem ein vom Luchs erbeutetes Reh als Köder diente. Ausgestattet mit einem VHF-Senderhalsband konnte M3 in der Nacht wieder in die Freiheit entlassen werden.
Am 1. März 2010 bargen Mitarbeiter des Nationalparks Harz und der Niedersächsischen Landesforsten den sendermarkierten Luchs M3 bei Bad Grund tot aus dem Wald. Es deutet einiges daraufhin, dass M3 einer Auseinandersetzung mit einem anderen Luchs zu Opfer gefallen ist, auch wenn sich das Geschehen nicht mehr mit letzter Sicherheit rekonstruieren ließ.
Bis zu seinem Tod hatte der Luchs ein ca. 314 Quadratkilometer großes Streifgebiet zwischen Lautenthal, Bad Harzburg, Torfhaus und Riefensbeek genutzt. Der Fundort von M3 liegt ein gutes Stück außerhalb dieses Gebietes. Vielleicht ist dem Männchen in der Paarungszeit ein Ausflug in das Revier eines Rivalen zum Verhängnis geworden.